Film „Die verlorene Sprache” von Samira Klaho
„Die verlorene Sprache” von Samira Klaho
Der Dokumentarfilm „Die verlorene Sprache“ begleitet vier Menschen mit Aphasie, dem teilweisen oder vollständigen Verlust von Sprache, Lesen und Schreiben nach einem neurologischen Ereignis, meist einem Schlaganfall. Aphasie betrifft allein in Deutschland rund 275.000 Menschen, damit sind es etwa doppelt so viele wie gehörlose Menschen und doch ist die öffentliche Wahrnehmung gering.
Der Film erzählt nicht nur vom Verstummen an der Oberfläche, sondern von einer tiefgreifenden Form der Entschleunigung: Kommunikation wird auf null zurückgesetzt. Was bleibt, ist das Ringen um Verbindung, um Würde, um Identität.
Dabei geht es nicht um Defizite, sondern um eine andere Art, Welt zu erfahren und in Beziehung zu treten. Menschen mit Aphasie verlieren weder ihre Intelligenz noch ihre Emotionalität. Es geht um ein Weiterleben in veränderter Form, mit neuen Rhythmen, aber auch mit neu entdeckten Qualitäten von Nähe und Ausdruck.
Der Film arbeitet mit poetischen Bildern, ruhigen Bewegungen und einer entschleunigten Filmsprache. Er nimmt sich Zeit, er urteilt nicht. Die Kamera ist nah an den Menschen, auf Augenhöhe, mit Zärtlichkeit, Respekt und Aufmerksamkeit.