Recklinghausen liest

Kul­tur­poli­tik­er und Kul­tur­ak­teure stellen ihre Lieblings­büch­er vor.

Christoph Tesche, Bürg­er­meis­ter,
Olaf Kröck, Inten­dant der Ruhrfest­spiele Reck­ling­hausen,
Hol­ger Fre­itag, Vor­sitzen­der des Auss­chuss­es für Kul­tur, Wis­senschaft und Stadt­geschichte und
Stephan Schröder, Vor­sitzen­der der Neuen Lit­er­arischen Gesellschaft Reck­ling­hausen e. V.

stellen ihre aktuellen Lieblings­büch­er vor.

Literaturverfilmung „Faust”

Am 7. Okto­ber jährt sich der Todestag von Gustaf Gründ­gens (22.12.1899–7.10.1963) zum 55. Mal. Anlass für uns, sich an seine bekan­nteste Rolle, die des Mephis­to im „Faust“, zu erin­nern. Wer war der leg­endäre Gustaf Gründ­gens?

Nach J. W. Goethe mit Gustaf Gründ­gens
Filmvor­führung und Vor­trag Rena Schröder

Am 7. Okto­ber jährt sich der Todestag von Gustaf Gründ­gens (22.12.1899-
7.10.1963) zum 55. Mal. Anlass für uns, sich an seine bekan­nteste Rolle, die
des Mephis­to im „Faust“, zu erin­nern.
Wer war der leg­endäre Gustaf Gründ­gens? Er war sich­er „der bedeu­tend­ste
Schaus­piel­er, Regis­seur und The­ater­leit­er des 20. Jahrhun­derts”, wie es auf
ein­er Plakette an seinem Geburtshaus in Düs­sel­dorf geschrieben ste­ht. Der
Inten­dant Gründ­gens (Berlin 1934–44, Düs­sel­dorf 1947–55, Ham­burg 1955-
63) sah sich als „verir­rter Preuße”, war ein Pflicht­men­sch voller Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein.
Zu seinen bedeu­tend­sten Rollen zählt die des Mephis­to im Goetheschen
Schaus­piel „Faust“. Beson­ders berühmt gewor­den ist die Insze­nierung des
Ham­burg­er Schaus­piel­haus­es, die auch als Film vor­liegt. Sie ist ein ein­drucksvolles Zeug­nis für ein Stück ver­filmter The­ater­lit­er­atur, das wir Ihnen gerne noch ein­mal zeigen wollen.
Rena Schröder, die sich seit 45 Jahren mit diesem The­ma beschäftigt, wird sich in ihrem beglei­t­en­den Vor­trag auch zu Gründ­gens‘ umstrit­ten­er Rolle als Leit­er des Preußis­chen Staat­sthe­aters in Berlin während der NS-Zeit äußern. Ist Gründ­gens ver­gle­ich­bar mit der oppor­tunis­tis­chen Roman­fig­ur Hen­drik Höf­gen in Klaus Manns „Mephisto”-Buch? Die Ref­er­entin wird zeigen, wie Gründ­gens‘ Biogra­phie im Roman ver­fälscht und ver­fremdet wurde, um „Höf­gen” zu ein­er Sym­bol­fig­ur zurechtzu­biegen. Auch der Autor wollte sein Werk keineswegs als Schlüs­sel­ro­man ver­standen wis­sen: „Der Men­sch in diesem Buch stellt einen Typus dar … keine Per­son.” In der NS-Zeit ret­tete Gründ­gens z. B. dem kom­mu­nis­tis­chen Schaus­piel­er Ernst Busch das Leben, beschützte Ver­fol­gte in seinem „Die Insel” genan­nten The­ater, bewahrte Juden und
Homo­sex­uelle vor der Gestapo. Unter anderem beweisen gewagte Staat­sthe­ater-Insze­nierun­gen des Regis­seurs Jür­gen Fehling Gründ­gens‘ inneren Wider­stand. Um ihn selb­st zu zitieren: „Ich mag viele Fehler haben — Man­gel an Zivil­courage gehört nicht zu ihnen”. Und: „Wenn ich mein­er Fama auf der Straße begeg­nen würde, kön­nte ich mich selb­st nicht erken­nen.”
Moni­ka Wis­chnows­ki wird die sich anschließende Diskus­sion über die vielle­icht über­holte Ästhetik und The­atra­lik dieses The­ater-Films mod­erieren.

Vorverkauf ca. ab 26.9.: Buch­hand­lun­gen Atta­troll, Bücher­fo­rum, Musial und Winkel­mann in Reck­ling­hausen, Buch­hand­lung Droste in Herten. Reservierun­gen online.

Ver­anstal­ter: NLGR & Volk­shochschule