Anja Kampmann: Wie hoch die Wasser steigen

Eine der großen Ent­deck­un­gen auf der diesjähri­gen Buchmesse in Leipzig war die junge Anja Kamp­mann, die eine der fünf Short­list-Kan­di­dat­en für den Leipziger Buch­preis Literatur/Belletristik war und aktuell gehört sie zu den Kan­di­datIn­nen für den Deutschen Buch­preis (Longlist).
In ihrem Roman erzählt Kamp­mann die Geschichte des Ölar­beit­ers Wen­zel, der viele Jahre in der reinen Män­ner­welt auf ver­schiede­nen Plat­tfor­men in der Nord­see, im Atlantik, im Golf von Mexiko und im Mit­telmeer in rauer Natur und rauer Gesellschaft gear­beit­et hat. Sein ungarisch­er Fre­und Matyás ist bei einem Arbeit­sun­fall ums Leben gekom­men. Als let­zten Fre­und­schafts­di­enst soll Wen­zel Matyàs‘ Fam­i­lie dessen Hab­seligkeit­en über­brin­gen. Von der west­afrikanis­chen Küste aus startet er seine große Reise, das „Road Movie“ begin­nt. Wen­zel macht sich auf den Weg über Marokko nach Ital­ien. Dort trifft er einen alten Fre­und, der ihm einen schrot­treifen Pick-up über­lässt und seine beste Brief­taube
Anja Kamp­mann anver­traut, die Wen­zel aus dem Ruhrge­bi­et auf­steigen lassen soll. In der Gegend um Ober­hausen und Bot­trop ver­sucht er sich an die alten Zeit­en des Berg­baus zu erin­nern und an seine ehe­ma­lige Liebe Mile­na, die er gerne wieder­se­hen will. Ob ihm das gelingt und was er auf sein­er Reise erlebt und denkt, ist Gegen­stand dieses Debütro­mans. Liebe und Gefahr, Angst und Freude, Hoff­nung und Ent­täuschung, Unsicher­heit und Entschei­dungs-freude wech­seln sich ab. Ganz erstaunlich, wie Kamp­mann die Män­ner-per­spek­tive ein­nimmt und in bil­dre­ich­er poet­is­ch­er Sprache fes­sel­nd gestal­tet.
Anja Kamp­mann, geb. 1983 in Ham­burg, lebt in Leipzig. Sie ist bish­er als Lyrik­erin aus­geze­ich­net wor­den. „Proben von Stein und Licht” erschien 2016 im Hanser Ver­lag.

Vorverkauf ab 26.9.: Buch­hand­lun­gen Atta­troll, Bücher­fo­rum, Musial und Winkel­mann in Reck­ling­hausen, Buch­hand­lung Droste in Herten. Reservierun­gen online.

Ein­tritt: 12,- € / 10,- € / 8,- €

Ver­anstal­ter: NLGR & Stadt­bücherei

Bild: Juliane Hein­rich

Literaturverfilmung „Faust”

Am 7. Okto­ber jährt sich der Todestag von Gustaf Gründ­gens (22.12.1899–7.10.1963) zum 55. Mal. Anlass für uns, sich an seine bekan­nteste Rolle, die des Mephis­to im „Faust“, zu erin­nern. Wer war der leg­endäre Gustaf Gründ­gens?

Nach J. W. Goethe mit Gustaf Gründ­gens
Filmvor­führung und Vor­trag Rena Schröder

Am 7. Okto­ber jährt sich der Todestag von Gustaf Gründ­gens (22.12.1899-
7.10.1963) zum 55. Mal. Anlass für uns, sich an seine bekan­nteste Rolle, die
des Mephis­to im „Faust“, zu erin­nern.
Wer war der leg­endäre Gustaf Gründ­gens? Er war sich­er „der bedeu­tend­ste
Schaus­piel­er, Regis­seur und The­ater­leit­er des 20. Jahrhun­derts”, wie es auf
ein­er Plakette an seinem Geburtshaus in Düs­sel­dorf geschrieben ste­ht. Der
Inten­dant Gründ­gens (Berlin 1934–44, Düs­sel­dorf 1947–55, Ham­burg 1955-
63) sah sich als „verir­rter Preuße”, war ein Pflicht­men­sch voller Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein.
Zu seinen bedeu­tend­sten Rollen zählt die des Mephis­to im Goetheschen
Schaus­piel „Faust“. Beson­ders berühmt gewor­den ist die Insze­nierung des
Ham­burg­er Schaus­piel­haus­es, die auch als Film vor­liegt. Sie ist ein ein­drucksvolles Zeug­nis für ein Stück ver­filmter The­ater­lit­er­atur, das wir Ihnen gerne noch ein­mal zeigen wollen.
Rena Schröder, die sich seit 45 Jahren mit diesem The­ma beschäftigt, wird sich in ihrem beglei­t­en­den Vor­trag auch zu Gründ­gens‘ umstrit­ten­er Rolle als Leit­er des Preußis­chen Staat­sthe­aters in Berlin während der NS-Zeit äußern. Ist Gründ­gens ver­gle­ich­bar mit der oppor­tunis­tis­chen Roman­fig­ur Hen­drik Höf­gen in Klaus Manns „Mephisto”-Buch? Die Ref­er­entin wird zeigen, wie Gründ­gens‘ Biogra­phie im Roman ver­fälscht und ver­fremdet wurde, um „Höf­gen” zu ein­er Sym­bol­fig­ur zurechtzu­biegen. Auch der Autor wollte sein Werk keineswegs als Schlüs­sel­ro­man ver­standen wis­sen: „Der Men­sch in diesem Buch stellt einen Typus dar … keine Per­son.” In der NS-Zeit ret­tete Gründ­gens z. B. dem kom­mu­nis­tis­chen Schaus­piel­er Ernst Busch das Leben, beschützte Ver­fol­gte in seinem „Die Insel” genan­nten The­ater, bewahrte Juden und
Homo­sex­uelle vor der Gestapo. Unter anderem beweisen gewagte Staat­sthe­ater-Insze­nierun­gen des Regis­seurs Jür­gen Fehling Gründ­gens‘ inneren Wider­stand. Um ihn selb­st zu zitieren: „Ich mag viele Fehler haben — Man­gel an Zivil­courage gehört nicht zu ihnen”. Und: „Wenn ich mein­er Fama auf der Straße begeg­nen würde, kön­nte ich mich selb­st nicht erken­nen.”
Moni­ka Wis­chnows­ki wird die sich anschließende Diskus­sion über die vielle­icht über­holte Ästhetik und The­atra­lik dieses The­ater-Films mod­erieren.

Vorverkauf ca. ab 26.9.: Buch­hand­lun­gen Atta­troll, Bücher­fo­rum, Musial und Winkel­mann in Reck­ling­hausen, Buch­hand­lung Droste in Herten. Reservierun­gen online.

Ver­anstal­ter: NLGR & Volk­shochschule

Na denn – PROST!

Bier oder Wein, Absinth oder Korn, Whisky oder Wod­ka: Renate Heuser und Beate Scherz­er sind den alko­holis­chen Spuren in Roma­nen, Erzäh­lun­gen und Gedicht­en viel­er Frauen und einiger Män­nern gefol­gt und servieren uns einen Cock­tail orig­ineller, witziger und abgründi­ger Texte über den Blick ins Glas und die liq­uiden Grund­la­gen des Schreibens.

Ein lit­er­arisch­er Cock­tail serviert von Renate Heuser und Beate Scherz­er.
Bier oder Wein, Absinth oder Korn, Whisky oder Wod­ka: Renate Heuser
und Beate Scherz­er sind den alko­holis­chen Spuren in Roma­nen, Erzäh­lun­gen und Gedicht­en viel­er Frauen und einiger Män­nern gefol­gt und servieren uns einen Cock­tail orig­ineller, witziger und abgründi­ger Texte über den Blick ins Glas und die liq­uiden Grund­la­gen des Schreibens.
Die Schaus­pielerin
Renate Heuser, gebür­tige Berliner­in, lebt heute in Essen.
Sie begann ihre schaus­pielerische Aus­bil­dung an der MaxRein­hardt-Schule
in Berlin. Sie spielte an den The­atern Freiburg, München, Stuttgart, Berlin,
Essen, St. Gallen und Göt­tin­gen. Außer­dem gestal­tete sie Chan­son­abende,
Lesun­gen (zahlre­ich auch bei der Buch­hand­lung Proust in Essen), musikalisch-lit­er­arische Pro­gramme mit Tourneen durch Deutsch­land und die Schweiz. Sie gehörte auch zur Schaus­piel­truppe „The­ater­man­u­fak­tur“ der Ruhrfest­spiele. Zulet­zt begeis­terte sie das Reck­linghäuser Pub­likum bei ihrer Lesung „Tan­go Töne – Tanzende Texte“ im La Dan­za. – Wein: rot.

Die Buch­händ­lerin Beate Scherz­er lebt und arbeit­et in Essen. Sie betreut das
lit­er­arische Sor­ti­ment von Proust sowie die Bücher­tis­che der Ruhrtri­en­nale; Pla­nung und Mod­er­a­tion von Lit­er­aturver­anstal­tun­gen gehören eben­falls zum Auf­gaben­bere­ich der ehe­ma­li­gen Schaus­pielerin. – Wein: weiß.

Vorverkauf ab 26.9.: Buch­hand­lun­gen Atta­troll, Bücher­fo­rum, Musial und Winkel­mann in Reck­ling­hausen, Buch­hand­lung Droste in Herten. Reservierun­gen online.

Ein­tritt: 15,- € / 12,- € (NLGR-Mit­glieder)
Ver­anstal­ter: NLGR