Literaturverfilmung „Faust”

Am 7. Oktober jährt sich der Todestag von Gustaf Gründgens (22.12.1899-7.10.1963) zum 55. Mal. Anlass für uns, sich an seine bekannteste Rolle, die des Mephisto im „Faust“, zu erinnern. Wer war der legendäre Gustaf Gründgens?

Nach J. W. Goethe mit Gustaf Gründgens
Filmvorführung und Vortrag Rena Schröder

Am 7. Oktober jährt sich der Todestag von Gustaf Gründgens (22.12.1899-
7.10.1963) zum 55. Mal. Anlass für uns, sich an seine bekannteste Rolle, die
des Mephisto im „Faust“, zu erinnern.
Wer war der legendäre Gustaf Gründgens? Er war sicher „der bedeutendste
Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter des 20. Jahrhunderts”, wie es auf
einer Plakette an seinem Geburtshaus in Düsseldorf geschrieben steht. Der
Intendant Gründgens (Berlin 1934-44, Düsseldorf 1947-55, Hamburg 1955-
63) sah sich als „verirrter Preuße”, war ein Pflichtmensch voller Verantwortungsbewusstsein.
Zu seinen bedeutendsten Rollen zählt die des Mephisto im Goetheschen
Schauspiel „Faust“. Besonders berühmt geworden ist die Inszenierung des
Hamburger Schauspielhauses, die auch als Film vorliegt. Sie ist ein eindrucksvolles Zeugnis für ein Stück verfilmter Theaterliteratur, das wir Ihnen gerne noch einmal zeigen wollen.
Rena Schröder, die sich seit 45 Jahren mit diesem Thema beschäftigt, wird sich in ihrem begleitenden Vortrag auch zu Gründgens‘ umstrittener Rolle als Leiter des Preußischen Staatstheaters in Berlin während der NS-Zeit äußern. Ist Gründgens vergleichbar mit der opportunistischen Romanfigur Hendrik Höfgen in Klaus Manns „Mephisto”-Buch? Die Referentin wird zeigen, wie Gründgens‘ Biographie im Roman verfälscht und verfremdet wurde, um „Höfgen” zu einer Symbolfigur zurechtzubiegen. Auch der Autor wollte sein Werk keineswegs als Schlüsselroman verstanden wissen: „Der Mensch in diesem Buch stellt einen Typus dar … keine Person.” In der NS-Zeit rettete Gründgens z. B. dem kommunistischen Schauspieler Ernst Busch das Leben, beschützte Verfolgte in seinem „Die Insel” genannten Theater, bewahrte Juden und
Homosexuelle vor der Gestapo. Unter anderem beweisen gewagte Staatstheater-Inszenierungen des Regisseurs Jürgen Fehling Gründgens‘ inneren Widerstand. Um ihn selbst zu zitieren: „Ich mag viele Fehler haben – Mangel an Zivilcourage gehört nicht zu ihnen”. Und: „Wenn ich meiner Fama auf der Straße begegnen würde, könnte ich mich selbst nicht erkennen.”
Monika Wischnowski wird die sich anschließende Diskussion über die vielleicht überholte Ästhetik und Theatralik dieses Theater-Films moderieren.

Vorverkauf ca. ab 10.9.: Buchhandlungen Attatroll, Bücherforum, Musial und Winkelmann in Recklinghausen, Buchhandlung Droste in Herten. Reservierungen online.

Veranstalter: NLGR & Volkshochschule